Wenn Unternehmen in die Krise geraten, dann geschieht das oft schneller, als man denkt. Plötzlich brechen Umsätze ein, das Vertrauen der Kunden erodiert, interne Konflikte spitzen sich zu. Lieferketten wanken, Kredite werden teurer, Mitarbeitende verunsichert. Und irgendwann steht es im Raum: “Wir müssen über Insolvenz nachdenken.”
Ich habe in meiner Beratungsarbeit viele Unternehmen in genau diesen Phasen begleitet. Ich habe erlebt, wie Panik die Sicht vernebelt. Wie Verantwortliche sich abkapseln oder alles allein schultern wollen. Und ich habe auch erlebt, wie Krisen Wendepunkte werden. Denn so paradox es klingt: Man kann Krise. Man muss es nur lernen.
1. Ruhe ist eine Entscheidung
Krisen sind emotional. Sie machen Angst, beschämen, treiben an den Rand des Machbaren. Aber gerade deshalb ist die wichtigste Ressource in der Krise: Kühler Kopf, klarer Blick. Nicht unbeteiligt, aber auch nicht reaktiv.
In akuten Krisensituationen gehe ich mit meinen Klient:innen sehr systematisch vor: Wir analysieren Zahlen, identifizieren kritische Engpässe, priorisieren Maßnahmen. Oft geht es zunächst gar nicht um Lösungen, sondern um Orientierung. Um Handlungsfähigkeit. Denn nichts ist gefährlicher als aktionistischer Aktionismus.
Wie ich in meinem Beitrag “Warum es in der Beratung auch um unangenehme Erkenntnisse gehen muss” geschrieben habe: Ehrliche Bestandsaufnahme ist der erste Schritt. Auch, wenn sie wehtut. Nur wer den Ernst der Lage versteht, kann sinnvoll reagieren.
2. Krise ist die Schwester der Innovation
Viele der besten Ideen entstehen nicht auf dem Höhepunkt des Erfolgs, sondern im Tal der Krise. Weil man muss. Weil die alte Logik nicht mehr funktioniert. Weil die Komfortzone nicht mehr existiert.
Ich habe mit Teams gearbeitet, die unter Druck angefangen haben, völlig neu zu denken: Prozesse zu verschlanken, Angebote radikal zu fokussieren, Kunden wieder ernsthaft zuzuhören. Ich habe Führungskräfte erlebt, die in der Krise gewachsen sind, weil sie das Wesentliche wieder ins Zentrum gerückt haben.
Krise macht ehrlich. Sie trennt das Notwendige vom Gewohnten. Und sie öffnet – mit der richtigen Begleitung – den Raum für mutige Entscheidungen.
Der “Harvard Business Review” schrieb dazu: “Disruption doesn’t kill companies. Inertia does.” Genau das ist der Punkt: Wer die Krise als Weckruf versteht, kann sich neu erfinden.
3. Die Rolle des Beraters: kühler Kopf, klarer Rahmen, ehrlicher Dialog
In der Krise braucht es keine Show, keine Durchhalteparolen, keine Beraterfloskeln. Es braucht Klartext. Und Struktur. Ich sehe mich in solchen Situationen nicht als Retter, sondern als Reflexionspartner. Ich bringe Ordnung in die Gedanken, Struktur in die Entscheidungen, Ruhe in die Gespräche.
Und ich bringe ein tiefes Verständnis für das, was Menschen in solchen Phasen bewegt. Scham, Angst, Schuld, Hilflosigkeit. All das hat Platz. Aber es darf nicht die Regie übernehmen. Ich helfe, zu unterscheiden: Was ist emotional, was ist sachlich? Was ist sofort nötig, was kann warten? Was kann gerettet werden, was muss neu gedacht werden?
Krise verlangt Führung. Und Führung beginnt mit innerer Klarheit. Ich unterstütze dabei, genau diese Klarheit wiederzugewinnen.
Zum Schluss: Krise ist kein Versagen, sondern ein Wendepunkt
Mein Tipp: Wenn Sie mit dem Rücken zur Wand stehen, holen Sie sich jemanden dazu, der den Raum öffnet. Der zuhört, ordnet, hält – und mit Ihnen neue Wege denkt. Nicht allein aus der Not heraus, sondern aus der Chance.
Denn Krisen muss man können. Und man kann sie lernen. Ich begleite Sie gern dabei.






