Warum es in der Beratung auch mal unangenehm werden muss

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Niemand lässt sich gern sagen, dass etwas im eigenen Unternehmen grundlegend falsch läuft. Dass Prozesse blockieren. Dass Strukturen überholt oder Rollen unklar sind. Noch weniger gern hört man, dass das Problem nicht bei den anderen liegt, sondern mitten im eigenen Verantwortungsbereich. Und doch: Wer Beratung ernst meint, muss genau hier ansetzen.

Denn gute Beratung ist kein Wellnessprogramm. Sie ist ein Spiegel. Und manchmal zeigt dieser Spiegel mehr, als uns lieb ist.

1. Klarheit braucht Mut – und Wahrheit

In meinen Beratungsprozessen beginne ich fast immer mit einem systematischen Blick auf Zahlen, Abläufe, Zuständigkeiten. Ich analysiere, wo Prozesse bremsen, wo Verantwortung diffus bleibt, wo Kommunikation scheitert. Das ist oft der Moment, in dem die Stimmung kippt. Denn auf einmal wird sichtbar, was eigentlich alle spüren, aber keiner ausspricht.

Das ist kein Zufall. Es ist menschlich. Wir vermeiden Unangenehmes. Wir schützen uns selbst, das Team, unser Selbstbild. Doch genau hier liegt die Kraft externer Beratung: Ich bringe Klarheit hinein, wo Betriebsblindheit oder Loyalität zur Lähmung führt.

Der Unternehmensberater Patrick Lencioni schreibt dazu: “Wenn es kein Vertrauen gibt, wird Wahrheit als Angriff erlebt.” Genau deshalb braucht es in der Beratung eine Haltung der Offenheit und gleichzeitig der Zugewandtheit. Ich benenne die Probleme – aber immer mit dem Ziel, Entwicklung zu ermöglichen.

2. Beteiligte in Prozessen: zwischen Loyalität, Angst und Verantwortung

Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen sind Menschen tief mit ihrem Arbeitsplatz, ihrer Rolle oder gar der Inhaberfamilie verbunden. Wenn es dann um Veränderung geht, treffen Zahlen auf Emotionen. Und nicht selten prallen Welten aufeinander.

Eine meiner Aufgaben als Berater ist es, diese Spannungen wahrzunehmen und auszusprechen. Ich stelle Fragen, die sonst nicht gestellt werden. Ich beschreibe Muster, die intern nicht mehr sichtbar sind. Und ja, ich halte auch mal aus, dass es unangenehm wird. Weil ich weiß: Dahinter liegt meist ein Durchbruch.

Veränderung beginnt fast nie mit einem neuen Tool oder Organigramm. Sie beginnt mit einem ehrlichen Blick auf das, was ist. Und mit dem Mut, auch das Unbequeme zuzulassen.

Der “Harvard Business Manager” schrieb kürzlich: “Most change processes fail not because of strategy, but because of unspoken dynamics.” Genau deshalb ist es meine Aufgabe, auch das Unausgesprochene sichtbar zu machen.

3. Die Rolle des Beraters: unbequem, aber dienend

Beratung ist nicht Gefallenwollen. Beratung ist Verantwortung übernehmen für einen Prozess, der Veränderung ermöglicht. Ich verstehe mich als Sparringspartner, als Impulsgeber, als jemand, der auch dann noch bleibt, wenn es unangenehm wird.

Denn die Wahrheit ist: Die meisten Unternehmen scheitern nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an mangelnder Ehrlichkeit. Und das ist kein Vorwurf. Es ist eine Einladung, Beratung als etwas zu begreifen, das tiefer geht als PowerPoint und Kennzahlen.

Ich bringe Zahlen mit, ja. Aber auch Intuition. Ich höre zu. Ich halte aus. Ich halte dagegen. Ich biete Struktur, Klarheit und Richtung – gerade dann, wenn Dinge sich verheddern. Und genau das ist es, was viele Unternehmen heute brauchen: Einen Menschen, der nicht nur erkennt, sondern auch benennt. Der nicht nur mitfühlt, sondern mitdenkt.

Zum Schluss: Wenn es unbequem wird, sind Sie auf dem richtigen Weg

Mein Tipp: Wenn es im Beratungsprozess hakt, wenn es emotional wird oder unangenehme Dinge zur Sprache kommen – fliehen Sie nicht. Bleiben Sie. Hören Sie hin. Nutzen Sie den Moment.

Denn dort, wo es ruckelt, beginnt oft der echte Wandel. Und genau hier zeigt Beratung, was sie wirklich kann: Nämlich nicht nur Bestätigung liefern, sondern Veränderung eröffnen.

Und wenn Sie einen Sparringspartner suchen, der Klartext spricht – ohne die Beziehung zu verlieren: Ich bin gern an Ihrer Seite.

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